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Ein Stromspeicher verschiebt Solarstrom in den Abend

· 4 Min

Batteriespeicher an der Kellerwand neben dem Zählerschrank
Batteriespeicher an der Kellerwand neben dem Zählerschrank

Ein Stromspeicher verschiebt Solarstrom aus der Mittagszeit in den Abend. Erzeugt wird dadurch keine einzige Kilowattstunde mehr, sie wird nur zeitlich sortiert. Kapazität, Verluste, Aufstellort und Zyklenzahl entscheiden deshalb, was die Batterie im Haushalt bringt. Der Nutzen hängt am Eigenverbrauch, nicht an der Größe der Anlage.

Was leistet ein Stromspeicher an der eigenen Photovoltaikanlage?

Ein Stromspeicher nimmt Überschüsse auf, die der Haushalt gerade nicht braucht, und gibt sie später wieder ab. Damit steigt der Eigenverbrauch, und der Netzbezug am Abend sinkt.

Die Batterie arbeitet dabei immer nachrangig. Zuerst gehen die Erträge an die laufenden Geräte im Haus. Erst der Rest lädt den Speicher, und was dann noch übrig ist, geht als Einspeisung ins Netz.

Grundlage bleibt die Erzeugung auf dem eigenen Dach. Ohne ausreichenden Mittagsüberschuss bleibt ein Speicher die meiste Zeit leer, auch wenn seine Kapazität groß ist.

Wie groß diese Kapazität sinnvollerweise ausfällt, ergibt sich aus dem Verbrauch des Haushalts.

Wie viel Kapazität braucht ein Speicher je Haushaltsgröße?

Als Richtwert gilt rund eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Diesen Anhaltspunkt nennt die Verbraucherzentrale (2024). Ein zweiter Richtwert bemisst die Kapazität an der Anlagenleistung.

Wichtig ist der Unterschied zwischen nominaler und nutzbarer Kapazität. Die nominale Angabe beschreibt den gesamten Zellinhalt, nutzbar ist davon nur der Teil, den die Steuerung freigibt. Verglichen werden sollten deshalb immer nutzbare Werte.

Übertragen auf übliche Haushalte ergibt der Richtwert folgende Größenordnungen.

Haushalt Jahresverbrauch nutzbare Kapazität als Richtwert
zwei Personen rund 2.500 Kilowattstunden rund 2,5 Kilowattstunden
drei Personen rund 3.500 Kilowattstunden rund 3,5 Kilowattstunden
vier Personen rund 4.000 Kilowattstunden rund 4 Kilowattstunden
vier Personen mit Wärmepumpe rund 7.000 Kilowattstunden rund 7 Kilowattstunden

Ein zu großer Speicher bleibt im Winter ungenutzt und altert trotzdem. Ein zu kleiner ist an Sommerabenden früh leer. Die Mitte liegt näher am Verbrauch als am Dachertrag.

Von der gespeicherten Menge kommt allerdings nicht alles wieder an.

Warum geht beim Laden und Entladen Energie verloren?

Jede Umwandlung kostet Energie. Verluste entstehen in der Batterie selbst, in der Leistungselektronik und bei der Wandlung zwischen Gleichstrom und Wechselstrom.

Lithium-Ionen-Speicher erreichen im Durchlauf von Ladung und Entladung meist einen Wirkungsgrad um 90 Prozent. Der Rest geht als Wärme verloren. Entscheidend ist dabei die Systemangabe, nicht der Wert der Zelle allein.

Eine Rolle spielt auch die Anbindung. Bei gleichstromseitiger Kopplung teilt der Speicher den Wechselrichter mit den Modulen, bei wechselstromseitiger Kopplung wird zweimal gewandelt. Hinzu kommt der Eigenverbrauch der Steuerung im Bereitschaftsbetrieb.

Diese Verluste summieren sich über die Jahre, und über die Laufzeit gerechnet wirkt daneben die Alterung der Zellen.

Woran bemisst sich die Lebensdauer eines Stromspeichers?

Gemessen wird die Lebensdauer in Vollzyklen, also in vollständigen Lade- und Entladevorgängen. Ein Haushaltsspeicher kommt im Jahr auf einige Hundert solcher Zyklen, abhängig von Kapazität und Verbrauch.

Herstellergarantien nennen üblicherweise zehn Jahre und eine Restkapazität am Ende dieser Frist. Nach der Garantiezeit arbeitet ein Speicher weiter, nur mit geringerem nutzbaren Inhalt.

Die Alterung läuft über zwei Wege. Die Zyklenalterung folgt der Nutzung, die kalendarische Alterung läuft unabhängig davon mit. Hohe Temperaturen und dauerhaft hohe Ladezustände beschleunigen beide.

Eine Rolle spielt die Zellchemie. Speicher mit Lithium-Eisenphosphat gelten als thermisch robuster und zyklenfester, Zellen mit Nickel-Mangan-Kobalt bauen mehr Kapazität auf gleichem Raum. Beide Bauarten brauchen ein Batteriemanagement, das Spannung und Temperatur je Zelle überwacht.

Welche Alterung ein Speicher ansetzt, hängt damit stark an seinem Standort im Gebäude.

Was ist beim Aufstellort und Brandschutz eines Speichers zu beachten?

Der Aufstellort soll trocken, frostfrei und dauerhaft kühl sein. Günstig sind Temperaturen zwischen 5 und 25 Grad. Direkte Sonne, ein unausgebauter Dachboden und feuchte Kellerecken fallen damit aus.

Für stationäre Lithium-Batteriespeicher gilt die VDE-Anwendungsregel 2510-50. Sie beschreibt Anforderungen an Aufstellung, Belüftung und Kennzeichnung. Ein Raum mit großer Brandlast ist kein geeigneter Standort.

Praktisch sinnvoll ist ein eigener Technikraum. Dort steht der Speicher häufig neben der übrigen Haustechnik, etwa neben der Anlage für weicheres Trinkwasser oder der Heizungsverteilung. Flucht- und Rettungswege bleiben frei.

Hilfreich sind ein Rauchwarnmelder im Aufstellraum und ein Hinweisschild an der Tür. Die Feuerwehr erkennt so beim Eintreffen, womit sie zu rechnen hat.

Geklärt sein sollte vor dem Einbau auch, ob der Speicher bei Netzausfall einspringen soll.

Was unterscheidet Notstrom von Ersatzstrom beim Speicher?

Notstrom versorgt einzelne Verbraucher über eine gesonderte Steckdose, meist nach manuellem Eingriff. Ersatzstrom übernimmt das Hausnetz automatisch und trennt es dafür vom öffentlichen Netz.

Technisch ist der Unterschied erheblich. Ersatzstrom braucht eine Umschalteinrichtung, ein eigenes Erdungs- und Schutzkonzept und eine Steuerung, die die Anlage ohne Netz wieder anfahren kann. Notstrom kommt ohne diesen Aufwand aus.

Beides deckt keine Dauerversorgung. Die verfügbare Leistung begrenzt, welche Geräte gleichzeitig laufen, und ein Haushalt mit Wärmepumpe stößt hier schnell an die Grenze.

Zu melden ist der Speicher in jedem Fall. Er gehört in das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und wird beim Netzbetreiber angezeigt, auch wenn die Photovoltaik dort bereits erfasst ist.

Damit stehen Technik, Standort und Meldepflicht fest, und es bleibt die Frage nach dem Nutzen.

Wann lohnt sich ein Stromspeicher im Einfamilienhaus?

Ein Speicher lohnt sich dort, wo viel Strom am Abend gebraucht wird und die Anlage mittags Überschüsse liefert. Je größer die zeitliche Lücke, desto mehr trägt die Batterie.

Gegen einen Speicher spricht ein Haushalt, der seinen Bedarf schon tagsüber deckt. Wärmepumpe, Wallbox und Hausgeräte zur Mittagszeit heben den Eigenverbrauch ohne Batterie an.

Ein eigener Punkt ist die Nachrüstung. Wer eine bestehende Anlage ergänzt, prüft vorab, ob der vorhandene Wechselrichter dafür vorbereitet ist. Andernfalls läuft die Batterie über eigene Leistungselektronik, und die Verluste steigen.

Entschieden wird das am Lastgang des Hauses und an den Verlusten, nicht an der nominalen Kapazität. Wer den eigenen Verbrauch über ein Jahr kennt, trifft die Entscheidung auf belastbarer Grundlage.

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